Green Logistics

Lagerlogistik

Green Logistics

Einleitung – Green Logistics

Die Logistikbranche befindet sich seit einigen Jahren im Wandel. Megatrends wie der Klimawandel und neo-ökologisches Denken nehmen eine zentrale Rolle in den Lebensstilen der Menschen ein. Dieser Wertewandel hat ein Umdenken der Industrie zur Folge. Nachhaltiges Handeln, verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen spiegeln sich in grünen Strategien, Konzepten und Strukturen wieder.
Ein solches Konzept stellt der Green Logistics Ansatz dar. Dieser verbindet ökonomische, ökologische und soziale Aspekte. Es ist ein entscheidendes Konzept für die Nachhaltigkeit eines Unternehmens, da eine ganzheitliche Transformation von Logistik-Strategien, -Strukturen, -Prozessen und -Systemen in Unternehmen und Unternehmensnetzwerken zur Schaffung umweltgerechter und ressourceneffizienter Logistikprozesse erfolgt. Sie verfolgt das Ziel, in logistischen Prozessen einerseits schädliche Auswirkungen auf die Umwelt und andererseits den Verbrauch von nicht oder nur bedingt erneuerbaren Ressourcen zu reduzieren (vgl. Kummetsteiner 2011).
Auch werden von nationalen und internationalen Institutionen Zertifikate für die Integration von „grünen“ Konzepten vergeben. Diese ISO Normen sind für das Marketing von Logistikunternehmen und deren PR Aktivitäten interessant und fördern auf diese Weise ebenfalls den Green Logistics Gedanken. Eine solche internationale Norm stellt beispielsweise die ISO 14001 dar. Diese Norm legt Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest, mit dem eine Organisation ihre Umweltleistung verbessern, rechtliche und sonstige Verpflichtungen erfüllen und Umweltziele erreichen kann. Die zentralen Elemente der ISO 14001 sind:

  • Planung: Festlegung von Umweltzielen und entsprechenden Maßnahmen, Zuständigkeiten und Verfahrensweisen;
  • Durchführung: Umsetzung der festgelegten Maßnahmen und Verfahrensweisen;
  • Kontrolle: Überprüfung der Zuständigkeiten und Verfahrensweisen sowie der Maßnahmen im Hinblick auf die Umweltziele und die Umweltleitlinien (sog. „Umweltpolitk“) der Organisation;
  • Verbesserung: Anpassung der Zuständigkeiten, Verfahren und Maßnahmen sowie ggf. auch der Umweltziele und Umweltleitlinien;

Die ISO 14001 ist auf Organisationen jeder Art und Größe sowie auf unterschiedliche geografische, kulturelle, soziale oder ökologische Bedingungen anwendbar. Sie legt allerdings keine absoluten Anforderungen für die Umweltleistung fest. So können zwei Organisationen, die ähnliche Tätigkeiten ausüben, aber unterschiedliche Umweltleistung zeigen, dennoch beide die Anforderungen der ISO 14001 erfüllen (Umweltbundesamt 2017). STERAC erfüllt die meisten der Anforderungen einer solchen ISO 14001 Zertifizierung, wie im Zuge einer Prüfung durch einen Kunden-Konformitätsbericht festgestellt wurde.

Green Logistics der STERAC Transport & Logistik GmbH

Aspekte, die in den Green Logistics Ansatz einbezogen werden, sind das Inventar, das Informationsmanagement, das Transportwesen und die Lagerwirtschaft. In dieser Case Study werden Ansätze eines Green Logistics Konzepts der Firma STERAC Transport & Logistik GmbH vorgestellt.

I. Inventar

Zum Green Logistics Konzept von STERAC gehört im Zuge der Implementierung der ISO 14001 Norm auch die Einhaltung der Euro Emission Standards zur Reduktion von Treibhausgasen bei dem Transport auf der Straße. Aus diesem Grund besitzen die Zugmaschinen mindestens Euro V Norm, Größtenteils jedoch bereits schon EURO VI. In Zukunft wird der komplette Fuhrpark auf Hybrid- oder Elektrofahrzeuge umgestellt. Der Start in die Zukunft erfolgte bereits im August 2017, als die ersten Firmen PKWs mit Hybridantrieb und einer Elektrolaufleistung von 50 Kilometern im Fuhrpark aufgenommen wurden. In diesem Rahmen, wurden ebenfalls Auflade-Stationen auf dem Betriebsgelände installiert. Auch wurde im Zuge des Green Logistics Konzepts die Umrüstung der Beleuchtung auf ressourcenschonende LEDs vollzogen. Die Lagerhalle 5 der STERAC Transport & Logistik GmbH wurde im Sinne von Green Logistics mit einer Photovoltaik-Anlage, Solarzellen und einer Hybrid-Wärmepumpe ausgestattet. Auf Grund der Interdependenzen der verschiedenen Bereiche und der begrifflichen Einordung der Maßnahmen finden Sie weitere Informationen über die Lagerhalle 5 bei Punkt IV, Lagerwirtschaft, dieses Praxisbeispiels (STERAC 2017).

II. Informationsmanagement

Digitale Prozesse werden in vielen Bereichen des Unternehmens implementiert um einen nachhaltigen Ressourcenumgang zu generieren. Aktuelle Beispiele sind die Einführung einer digitalen Rechnungsstellung und einer digitalen Eingangsrechnung. Noch im Jahr 2015 hatte das Unternehmen einen Pro-Kopf-Verbrauch von fast 7.000 Papierbögen. Mit der Digitalisierung konnte der Verbrauch bereits auf 6.000 Bögen pro Mitarbeiter verringert werden. Die totale Einsparung beläuft sich auf 55.700 Papierbögen. Nicht nur für die Umwelt hat die Einsparung Vorteile – von der Einführung der papierlosen Prozesse in der Faktura profitiert auch der Transportdienstleister. Denn durch die digitale Rechnungsstellung ist eine Beschleunigung der internen Prozesse möglich. Hintergrund der Bemühungen ist die Bestrebung, langfristig ein papierloses Büro einzuführen.
Eine digitale Datenintegration und Kommunikation erfolgt zwischen den Kunden und STERAC durch den Zugang zu seinem Webportal. Dies ermöglicht eine bessere und sicherere Kommunikation entlang der gesamten Supply Chain. Durch diese digitalisierten Prozesse können die Stammdatenverwaltung und die Sendungserfassung Online vorgenommen werden. Alle relevanten Statusinformationen zu Track and Trace sind in Echtzeit und in Ihrer jeweils aktuellen Form über das Webportal für den Auftraggeber abrufbar. Der Sendungsempfänger unseres Auftraggebers bekommt von STERAC einen Trackinglink zur Sendungsverfolgung zugeschickt. Durch diesen Mehrwert sind unsere Kunden und alle Beteiligten im Supply Chain nur einen Klick von der Ware entfernt. Durch die Optimierung der digitalen Prozesse entstehen dem Kunden Vorteile hinsichtlich Zeit, Aufwand und Kosten, da er z. B. die Proof- of-Delivery (POD), die Frachtscheine (CMRs) und Rechnungen online einsehen und exportieren kann (STERAC 2017).

III. Transportwesen

i. Kombinierter
VerkehrKombinierter Verkehr ist die Versendung von Waren über die Transportwege Schiene und Straße, wobei der überwiegende Teil der zurückzulegenden Strecke nicht auf der Straße stattfindet. Diese Verkehrsmöglichkeit ist eine sehr umweltfreundliche Möglichkeit Waren zu transportieren und trägt massiv dazu bei, CO2 einzusparen. Dies kann im Einzelfall eine Einsparung bis zu 85% bedeuten. STERAC verlädt in Richtung Italien im kombinierten Verkehr und kann somit sein Green Logistics Konzept auf dieser Relation umsetzen (STERAC 2017).

ii. Fahrertraining
Das Fahrertraining ist eine in der Umsetzung sehr einfache Möglichkeit Abgase einzusparen. Das Potenzial der CO2 Einsparung durch das Schulen der Fahrer wird auf bis zu 3 % pro Fahrt geschätzt. Experten prognostizieren, dass auf diesem Wege bis in das Jahr 2020 über 1,7 Millionen Tonnen Treibstoff eingespart werden können (vgl. Wittenbrink 2011, S. 105).

IV. Lagerwirtschaft

Die Logistikhalle 5 wird mit einer optimalen Kombination von Sonnen-, Erd- und Luftwärme betrieben. Eine Halle dieser Größenordnung würde einen effektiven Energiebedarf von jährlich 280.000 kw/h für Wärmeerzeugung und weitere 80.000 kw/h für Strom benötigen, der komplett von extern bezogen wird. Aufgrund des innovativen Energiekonzepts muss in der neuen Halle lediglich externer Strom von jährlich 51.120 kw/h bezogen werden. Dies entspricht einer effektiven Einsparung von 308.880 kw/h! Erreicht wird das durch die effektive Nutzung von Erdwärme in Verbindung mit einer Hybridpumpe, die einen externen Wärmeenergie-Bezug überflüssig macht. Die verbaute Fußbodenheizung trägt ebenfalls zur Energieeffizienz bei. Um dies kontinuierlich prüfen zu können wird die Halle mit einem kompletten Monitoring aller Energiedaten laufen. Es können ebenfalls in das Gesamtsystem externe Messgeräte, wie Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmesser integriert werden. Im Mai 2017 wurde erstmals der gesamte Strombedarf der Logistikhalle aus eigenen nachhaltig generierten Mitteln gespeist. Die jährliche Einsparung der CO2 Emissionen belaufen sich durch die Investition in erneuerbare Energien auf ca. 150 Tonnen (STERAC 2017).

“Auf einen Blick”

  • Neo-ökologisches Denken nimmt Einfluss auf das Wertesystem und die Lebensstile der Menschen. Dies erfordert ein Umdenken der Industrie.
    • Nachhaltiges Handeln, verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen in Form von grünen Strategien, Konzepten und Strukturen.
  • Unternehmen können Ihr Umweltmanagementsystem nach der internationalen ISO 14001 zertifizieren lassen. STERAC erfüllt den Großteil der Norm (ohne Zertifikat) gemäß Konformitätsbericht der Kundschaft. Die ISO 14001 Norm regelt die Anforderungen im Sinne von:
    • Planung - Festlegung von Umweltzielen und entsprechenden Maßnahmen.
    • Durchführung - Umsetzung der festgelegten Maßnahmen.
    • Kontrolle - Überprüfung der Maßnahmen im Hinblick auf die Umweltziele.
    • Verbesserung - Anpassung der Maßnahmen sowie ggf. auch der Umweltziele.
  • Der Green Logistics Ansatz umschließt das Inventar, das Informationsmanagement, das Transportwesen und die Lagerwirtschaft.
    • Inventar: Euro Emission Standards bei Fahrzeugen, Photovoltaik-Anlage, Solarzellen, Hybrid-Wärmepumpe, LED-Technik, etc. für Bürogebäude und Lagerhallen.
    • Informationsmanagement: Digitale Lösungen für Prozesse um Ressourcen zu schonen.
    • Transportwesen: Kombinierter Verkehr reduziert die CO2 Emissionen um bis zu 85 % pro Transport. Fahrerschulungen im richtigen Umgang mit Ressourcen kann bis zu 3 % CO2 pro Fahrt einsparen.
    • Lagerwirtschaft: Energiebedarf kann durch eine optimale Kombination von Sonnen-, Erd- und Luftwärme zu großen Teilen mit grüner Energie bezogen werden.

Quellen

Kummetsteiner, G. (2011): Handbuch der Ökologistik. [Online-PDF, verfügbar unter https://www.othaw.de/kummetsteiner/veroeffentlichungen/#oekologistik , Abruf am 27.07.2017]

STERAC (2017): Unternehmenswebseite. [Online verfügbar unter https://www.sterac.com/ , Abruf am 15.08.2017]

Umweltbundesamt (2017): ISO 14001 – Umweltmanagementsystemnorm. [Online-Artikel, verfügbar unter http://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/wirtschaftumwelt/umweltenergiemanagement/iso-14001-umweltmanagementsystemnorm#textpart-1 , Abruf am 14.08.2017]

Wittenbrink, P. (2011): Transportkostenmanagement im Straßengüterverkehr. Grundlagen – Optimierungspotenziale – Green Logistics. Wiesbaden: Gabler Verlag.


Informationen auf einen Blick

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